Von sterbenden Kindern lernen

»Einige Blumen blühen nur wenige Tage - jedermann bewundert sie als Zeichen des Frühlings und der Hoffnung. Und dann sterben sie - aber sie haben getan, was sie tun mussten.«
»Einige Blumen blühen nur wenige Tage - jedermann bewundert sie als Zeichen des Frühlings und der Hoffnung. Und dann sterben sie - aber sie haben getan, was sie tun mussten.«

Warum müssen wir sterben?

Letzte Woche habe ich gesagt: Mit Abstand gesehen, nehme ich von Sterbenden und ihren Schicksalen mehr, als ich ihnen je geben kann. Und wenn ich mich damit beschäftige, wie es Kindern ergeht, die uns verlassen müssen oder wie ihren Geschwistern, dann merke ich, dass dies umso mehr zutrifft?

 

Überlegen Sie einmal, wie man Ihnen früher erklärt hat, warum Opa oder ein anderer Ihnen sehr verbundener Mensch nicht mehr da ist?

Was hat man Ihnen gesagt, warum Menschen sterben müssen? 

Und welche Antwort bekamen Sie, als wissen wollten, wohin die Oma verschwunden ist?

 

Heute sind wir Erwachsen, und wenn uns damals niemand vernünftige Antworten gegeben hat und es abgetan hat mit: »Das verstehst du noch nicht. Dazu bist du noch zu klein oder zu jung.«, dann werden wir wahrscheinlich bis heute keine zufriedenstellenden Erklärungen bekommen haben.

 

Es bleibt uns also gar nichts anderes übrig, als uns damit auseinanderzusetzen, wenn es uns interessiert.

 

Worte an ein sterbendes Kind

Elisabeth Kübler-Ross beschreibt in ihrem Buch: Worte an ein sterbendes Kind, diese Dinge. Beispielhaft steht geschrieben:

 

»Einige Blumen blühen nur wenige Tage - jedermann bewundert sie als Zeichen des Frühlings und der Hoffnung. Und dann sterben sie - aber sie haben getan, was sie tun mussten.«

 

Alles hat seine Bestimmung, hat einen Sinn.

 

 

Wir sind da, weil sich ein Mann und eine Frau, Mutter und Vater, verbunden haben. Meist sind wir Kinder der Liebe. In der Schwangerschaft und später freuen sie sich über uns, sie sehen die Dinge neu und wachsen durch uns und mit uns noch einmal auf. Wir lernen voneinander. Alles hat seine Bestimmung und einen Sinn.

 

Unsere Eltern bringen uns bei, was wir fürs Leben brauchen und wenn wir Glück haben, lernen wir, wie man mit anderen Menschen vernünftig umgeht. 

Sie leben uns vor, wie man streitet, ohne sich für immer zu entzweien und dass man den anderen trotzdem weiter lieben kann, auch wenn man sich nicht immer einig ist. Wir lernen, dass alles im Wandel ist und das alles gut ist, genauso, wie es ist. 

 

Das Wichtigste im Leben

Als Babys schenken wir unseren Eltern allein durch unser Lächeln tiefe Glückseligkeit. Mutters zarte Lippen auf unserem Kopf und Vaters Hand um unsere, versprühen Wärme, Geborgenheit und Vertrauen. 

 

Und das Wichtigste im Leben - dass man sich und andere liebt - begreifen wir in unserer kleinen Familie. 

 

Wer so aufwächst und sieht, dass auch Oma, Opa, Nachbarn und andere einen liebevollen Platz im Herzen der Eltern finden, wird seine Liebe auch teilen. 

 

Kinder lieben bedingungslos

Elisabeth Kübler-Ross schreibt: »Du und Gott, ihr habt zusammen deine Eltern ausgesucht aus einer Milliarde Menschen. Du wähltest sie, um ihnen zu helfen beim Wachsen und Lernen und sie sind auch deine Lehrer [...] Wenn wir unsere Prüfungen bestanden haben, dann dürfen wir die Schule abschließen - das bedeutet: Wir dürfen heimkehren in unser wirkliches Zuhause - zu Gott, von dem wir kamen.«

 

Sterben und Tod mit Kinderaugen sehen

Und über das, was dann passiert, spreche ich nächste Woche. Fakt ist, dass Kinder bedingungslos lieben, womit sie uns schon einiges voraushaben. Und sie sehen die Dinge anders, als Erwachsene. Wir können, auch was das Sterben und den Tod angeht, viel von ihnen lernen, wenn wir uns darauf einlassen und mit ihren Augen sehen wollen.

 

 

Ich verabschiede mich von Ihnen. Hören Sie auf Ihr Herz und finden Sie inneren Frieden.

Ich schicke Ihnen Kraft, Mut und Willensstärke und verbleibe in Liebe und tiefer Verbundenheit; Ihre Sylvana Pollehn. 

  


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Kommentare: 1
  • #1

    Antje May (Montag, 23 Mai 2016 08:18)

    Danke für Ihre Zeilen.
    Das Leben gibt so viel Sinn, wenn man die Geschehnisse und v.a. traurigen Ereignisse so betrachtet, wie Sie es, mit Zitaten von Kübler-Ross beschreiben.
    Ich habe ja ein Buch über das Versterben meiner Tochter verfasst. Was ich bis heute nur schwer verkrafte ist die lange Leidenszeit. Sicher, diese Zeit hat dazu gedient, mir Zeit zu geben, Abschied zu nehmen. Mascha hätte dies sicher nicht gebraucht. Sie sagte vor ihrem Unfall noch: "Mama, ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben." Wie kann man als Mutter lange Leidenszeit verkraften? Ich bemühe mich seit dem sehr, eine palliative Versorgung bei Bedürftigen hinzubekommen. Unser System ist leider vielfach ganz anders ausgelegt. Es wird gemacht und getan um Krankenhauskassen zu füllen und Verantwortung wegzuschieben. Auf diesem Gebiet muß noch viel passieren!